Unser Schmäh im Sprachgebrauch!


Ein paar Zeilen über den österreichischen Sprachgebrauch:

Dass wir Österreicher viel jammern, schimpfen und auch gelegentlich fluchen ist kein großes Geheimnis. Von Region zu Region benützen wir für diese Unmutsäußerungen verschiedenste Wörter. Wer mit diesem Sprachgebrauch nicht viel vertraut ist, mag schon manchmal bei bestimmten Ausdrücken ein wenig schlucken oder sich nur wundern, aber – und nun kommt noch ein wesentlicher Bestandteil des österreichischen Sprachgebrauch hinzu, meist fallen diese derben Ausdrücke gepaart mit einem typisch „österreichischen Schmäh“ aus!
Wenns jetzt Granada schlogt, dann fallen natürlich nicht wirklich irgendwo brandgefährliche Handgranaten herum, wenn`s glei tscheppart, dass di Engel singen hearst, dann kracht es nicht real, geschweige denn, dass irgendwelche Sterne und Engel  um’s geschlagenes Gesicht kreisen.
wahlplakatDie österreichische TV-Seele MUNDL teilte unzählige verbale Watschn(Ohrfeigen) an seinen Sohn aus – entweder hätte man ihm danach mit der Spachtel von der Wand kratzen können, oder der geliebte Sohn wäre nach dieser Watschen mit dem Zahnbürstel ins Leere gefahren  – aber tatsächlich wurde er (Mundl) niemals handgreiflich. Diese typisch-österreichischen Gewaltandrohungen sind nichts weiteres als Unmutsäußerungen – kurz und bündig: leere Worthülsen!

Blöd und dumm wird es allerdings, wenn jemand, der mit unserem Sprachgebrauch nicht vertraut ist, diese deftigen Worthülsen für bare Münze hält und sie ohne Schmäh auffasst. Gelingt es nicht, den unwissenden Jemand rechtzeitig aufzuklären, dass die Suppe schon nicht so heiß gegessen, wie sie gekocht wird, dann droht eine tatsächliche Handgreiflichkeit.
Nicht nur blöd und dumm, sondern geschmacklos wird diese Geschichte allerdings, wenn aus einer ausgesprochenen symbolischen Tschinön (Tschinelle) eine Geschichte über eine tatsächliche Ohrfeige bzw. Gewalttat weiterverbreitet wird.
untitledDiese Geschmacklosigkeit legt derzeit ein Teil der deutschen yellow-press zutage, in dem sie unwahre Geschichten über Andreas Gabaliers Mutter veröffentlichen. Auslöser für diese Behauptung war ein Interview von Andreas, wo er über den angeblichen Unmut seiner Familie seines VRRoller-Tattoos sprach. Dass sich dabei Andreas mit einem Lächlen unseres österreichischen Sprachgebrauchs bediente, liegt wohl auf der Hand.  Nur mit unserem Schmäh lässt sich keine Schlagzeile nördlich der Donau verkaufen, sondern eher mit reißerischen Titeln a la „Mutter hat Andreas geohrfeigt!“
Mit Konjunktiven und Fragezeichen werden unwahre Bilder in den Raum gestellt wo es einem die Schuhe auszieht (auch das ist ein österreichischer Sprachgebrauch, aber bei soviel Schwachsinn verliert man tatsächlich seine Schuhe).

Geschmacklos, wenn man auf Kosten anderer a „Gschichtl druckt“ und bewusst dabei die Wahrheit ausblendet. Aber das ist das tägliche Brot für viele Schmierfinken!

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2 Gedanken zu „Unser Schmäh im Sprachgebrauch!

  1. Theresa Zoitl

    Ich kann nur schlicht und einfach „Danke“ sagen! Das ist es, warum diese Seite so wichtig ist! Sie gibt uns das Gefühl, solch geschmack- und pietätlosen Lügenartikeln nicht mehr so hilflos gegenüber zu stehen. Da ist jemand, der unsere Empörung in Worte kleidet und Unwahrheiten beim Namen nennt. Freilich könnte man annehmen, dass jeder Leser klar erkennen kann, dass besagte Zeilen reine Hirngespinste sensationsgieriger Journalisten sind, aber ich fürchte dem ist nicht so, da gibt es immer welche, die so was glauben und es bleiben immer irgendwelche dummen Nachreden zurück! Bleibt nur zu hoffen, dass Andreas’ Familie nichts davon erfährt, dass nicht „der Preis seines Erfolges“ gerade in der Weihnachtszeit die Herzen traurig macht, das wäre wirklich schlimm! Vielleicht sollten wir alle viel mehr dagegen revoltieren, wenn uns solche „Geschichtln“ aufgedrückt werden. Einen Versuch wäre es wert, ob auch in solchen Medien ein Umdenken und Besinnen auf die Wahrheit zu erreichen wäre. Vielleicht eine Sendung an uns alle …?!!!

  2. Pingback: Offener Brief an “Woche der Frau” « Andreas Gabalier Rundschau

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