Tagesarchiv: 26. Januar 2013

WM-Medaillendirndln und Gabalier als Einstieg zur Volksmusik

Als Dirndl so viele Vorgaben unter einen Steirer-Hut zu bringen, ist nicht einfach. Vor allem, wenn es zig Millionen Zuseher täglich im Fernsehen sehen werden, wie die offiziellen Dirndln der Medaillenhostessen bei der Ski-WM, die das Steirische Heimatwerk kreiert hat.

web+wm_hostessen_gesamtGroß ist die Freude beim Heimatwerk, „dass wir als Botschafter der steirischen Tracht bei der WM fungieren dürfen“, sagt Geschäftsführerin Monika Primas. Der Clou des „Festlichen Steirischen Leiblkittls“, wie das Dirndl im Original heißt:
Es entspricht allen überlieferten Trachtenkriterien, obwohl es mit grünem Wollsatin (Leib) und roter Seide (Kittl) die Farben der WM trägt und die Schürzen je nach Medaillenfarbe in Gold, Silber und Bronze ausgeführt sind.
Zumindest in puncto Siegerehrung wird dann wohl aus manchem Medaillenjäger ein edelmetallerner Schürzenjäger.

„Nicht sehr glücklich“ ist Primas aber (ihre Aufgabe ist es, den Trachten-Spannungsbogen von Tradition und Moderne aufrechtzuerhalten) mit den zahlreichen Branchendirndln, die derzeit fast im Wochentakt präsentiert werden. Da werde Eigenmarketing am Rücken der Tracht betrieben. Nach dem Christbaumdirndl, dessen Schürze ein (blumiger) Weihnachtsstern ziert, haben steirische Bauern ja jüngst ein Chinakohldirndl präsentiert. „Was folgt danach?“, fragt Primas. „Ein Bananen- oder Erdbeerlanddirndl?“

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Der generelle Trachtentrend, selbst inklusive Kitsch und Billigimport, sei aber nicht nur schlecht, so Primas: „Viele finden erst den Weg über ein billiges Erst-Dirndl zu einem traditionellen Dirndl.“ Das sei so wie mit der Volksmusik und Andreas Gabalier, „der ist auch für viele Jugendliche der Einstieg zur Volksmusik“.

Quelle….

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