Gabalier und die WM-Hymne: Rock ’n‘ Roll auf Piste und Bühne


Ski fahren konnte er schon, bevor er zu singen begann:

Die ersten neuen Ski gab es erst im Alter von 23 Jahren. Und selbst dafür brauchte es angestrengtes Argumentieren, um die Mutter von den unschlagbaren Qualitäten und der unbedingten Notwendigkeit der nicht ganz billigen Pistenbretter zu überzeugen. Davor griff man aus Kostengründen jahrelang auf im Familienverband weitergereichte Erbstücke zurück.

Heute, fünf Jahre später, ist Andreas Gabalier nicht mehr von der Sponsorbereitschaft seiner Mutter abhängig. Mehr als 500.000 verkaufte Alben, Hitparaden-Goldmedaillen in Serie und so ziemlich alle einschlägigen Branchen-Auszeichnungen haben den 28-Jährigen finanziell sorglos gemacht.

Schon lange bevor auf den Konzertbühnen der Erfolgstsunami über Andreas hereinbrach, feierte er auf einer kleinen Skipiste in der Obersteiermark seinen ersten Sieg: Als Kindergartenbursch gewann er das Abschlussrennen seines ersten Skikurses im Lachtal.

untitled1Ganz hindernisfrei war der Weg zum Triumph allerdings nicht. Denn erst die sanfte Drohung der Mutter, er dürfe sonst nicht mit dem älteren Bruder – und heutigem „Dancing Star“ – Willi mitkommen, überzeugte den selbstbewussten Buben davon, sich doch der Mühsal der Skischule auszusetzen.

Verfeinert wurde die Technik später vom Onkel, einem ausgebildeten Skilehrer. So richtig perfektioniert wurde das Können allerdings erst im permanenten Wettstreit der Gabalier-Brüder Willi und Andreas mit ihren jeweils älteren Cousins. Als Rennkulisse diente neben dem Lachtal in den Niederen Tauern auch die überschaubare Idylle der Grebenzen bei St. Lambrecht auf der anderen Seite des Murtals.

„Interessant war alles, was verboten war und wo der Belag in größter Gefahr war“, erinnert sich Willi Gabalier an „schöne Manöver“ und wilde Ausritte durch die verschneite Vegetation oder über schaurige Schanzen. Oberste Prämisse: „Möglichst cool zu sein.“

Ein Ziel, das zum fixen Baustein der Bühnenfigur Andreas Gabalier geworden ist. Lederhose, Sonnenbrille, rot-weiß-rot kariertes Schneuztücherl und Volks-Rock-’n‘-Roller-Tattoo am strammen Wadl: Werden Fans dieser Rustikalvariante eines Elvis-Doubles ansichtig, kommt es regelmäßig zu einem kollektiven Durchbrennen von Endorphin-Sicherungen (???). Wohl auch in Schladming, wo Gabalier mit dem Schlachtaufruf „Go for Gold“ die offizielle WM-Hymne beisteuert. Zu hören live bei der Eröffnung sowie einem eigenen Konzert am 16. Februar auf der Medal Plaza im Zentrum Schladmings.

Das Lied folgt bekannten Erfolgsmustern: Niedere Rhythmus- und Reiminstinkte werden ohne Umwege angesprochen. Ein bisserl Ziehharmonika, ein bisserl rockiges Bass-Gepumpe. Fertig ist der emotionale Haltegriff, nach dem die Fans rudelweise schnappen werden.

Diesen Artikel verdanken wir der Kleinen-Zeitung!!!

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Ein Gedanke zu „Gabalier und die WM-Hymne: Rock ’n‘ Roll auf Piste und Bühne

  1. Kathrin

    Bitte wie geil ist das denn… „kollektives Durchbrennen von endorphin-sicherungen“… I find des supa… Da hatte jemand spaß beim schreiben und mich soooo nett zum lachen bracht…

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