Der Tänzer, der Bauer und der Bruder – Willi Gabalier im Gespräch!


Die kommenden Wochen (März/April) bedeuten für Andreas Gabalier viel Studioarbeit, um sein lang ersehntes 4. Album fertigstellen zu können. Währenddessen wird es  vielleicht  eine Spur ruhiger werden um unseren Rekordbrecher, 120208_gabalier_01.5038291dafür rückt  aber  Andreas älterer Bruder Willi in dieser Zeit medial mehr in den Vordergrund. Am 1. März startet in Österreich die neue ORF-Staffel Dancing Stars 2013 – wie schon im letzten Jahr wird auch heuer Willi Gabalier, diesmal mit der Berlinerin Marjan Shaki als Tanzpartnerin, über das Tanzparkett fegen.
Höchste Zeit und Grund genug für uns, nach Andreas und seiner Mama, nun auch Willi zu einem Gespräch zu bitten. Nur ein paar Stunden nach Marcel Hirschers Gold-Lauf in Schladming war es soweit:

Griaß di Willi, hast Du heut auch mit unseren Ski-Stars mitgefiebert?
Servus, ja habe ich, ich war  live in Schladming dabei, leider musste ich aber kurz vor der Entscheidung schon aufbrechen, weil mich in Wien ein Termin erwartete. Marcels Gold konnte ich nur im Autoradio mitverfolgen.

Meine erste Frage, was bewegt einem dazu Berufstänzer zu werden? Kindheitstraum oder wurde aus einem Hobby zufällig ein Beruf?
Das kam eher zufällig. Als Jugendlicher machte ich Bekanntschaft mit einer Tanzgruppe und trat bei, es machte mir auf Anhieb Spaß. Ich habe damals  meinen Klavierunterricht unterbrochen und konzentrierte mich immer mehr auf den Tanz. Es wurde ein leidenschaftliches Hobby. Ich tanze nun schon 15 Jahre, vor 5 Jahren wurde dann diese Leidenschaft zu meinem Beruf.

Ist es ein gutbezahlter Beruf?
Man kann davon leben, aber reich wird man sicher nicht damit. Das Schöne daran ist, dass man das machen kann was einem Spaß macht, sich bewegt, etwas für den Körper tut, das ist mir ein Anliegen. Nur bei Verletzungen (Willi hatte sich schon mal das Kreuzband gerissen), oder wenn man krank ist, dann geht halt gar nichts und verdient auch keinen Cent. Dieser Job geht nur, wenn man wirklich fit ist, aber ich will darüber nicht jammern, weil mir einfach dieser Beruf taugt.

Der Bergbauer unter den Gabaliers bist vielmehr Du – Du hast Dir einen 300 Jahre alten Bauernhof  gekauft, was sicher eine Menge Arbeit bedeutet. Was waren deine Beweggründe dazu– ein spätes Feriendomizil oder vielleicht  auch ein zweites berufliches Standbein als Bergbauer, der in Zukunft sogar seine eigenen Produkte verkaufen möchte?
Ich wollte eigentlich als Kind, bis zu meinem 15. Lebensjahr, schon immer Bauer werden. Landwirt war immer schon ein Lebenstraum von mir. Wenn mir jemand als Kind gesagt hätte, dass ich einmal Tänzer werden würde, hätte ich geglaubt, der ist ein Irrer, aber ohne einen Hof ist es halt schwer Bauer zu werden.
Vor einem Jahr habe ich mir aber einen sehr alten Hof gekauft, der eine kapitale Baustelle ist. Es gibt eine Menge zu sanieren, dem ich aber gerne in meiner Freizeit nachkomme. Den kommenden Sommer nehme ich mir eine Auszeit, wo ich mich dann hauptsächlich dem Hof widmen werde und im Herbst möchte ich dort einziehen. Die Produkte die ich dann ernte, sind aber zum selber essen (lacht) – und Bergbauer passt nicht so, der Hof liegt unten, einige nennen mich Grabenbauer 🙂

Einem so famosen Tänzer würde man sich eher in den Saloons einer Großstadt vorstellen als auf einem Bauernhof, wie lässt sich dieser Widerspruch vereinbaren? Befinden sich hier zwei Seelen in einer Brust?
Irgendwie schon. Mit dem Tanzen bewege ich mich viel in der Glitzer-Welt und bin hauptsächlich im städtischen Gebiet unterwegs. Das Leben am Bauernhof ist ein Ausgleich dazu, eigentlich bin ich aber mehr der Land-Typ als ein Stadtmensch.

untitled3Gemeinsamen Schuhplattlern am Grazer Bauernbundball

In der Öffentlichkeit verkörperst aber mehr Du den städtischen Typ und dein Bruder Andreas den Bergbauer?
Stimmt (lacht). Ich lebe gerne am Land und besuche die Stadt, bei Andreas ist es genau umgekehrt.

Wie stehst Du zu dem Erfolg Deines Bruders? Ist es für Deine eigene Karriere ein Vorteil oder eher ein Nachteil?
Ich bewundere was er tut und bereits erreicht hat, Andreas ist für mich ein Genie, er ist ein so emotionaler Typ und trifft immer genau das, was die Leute bewegt, er ist wirklich ein Ausnahmekünstler. Es ist sicher kein Nachteil, so einen Bruder zu haben.

Beneidest Du den Rummel um Andreas, oder sagst Du Dir vielleicht doch „’Gott sei Dank‘ bleibt mir das ein wenig erspart“?
Andreas kann wirklich nicht mehr in Ruhe ein Bier trinken gehen, er genießt aber diesen Rummel um sich, und ich freue mich für ihn, besonders auch, weil er immer noch mein kleiner Bruder ist. Auch wenn ich sicher ruhiger auf ein Bier gehen kann,  ist das alles für mich  nichts Neues. Ich stehe jetzt  schon seit über 10 Jahren auf der Bühne, nur jetzt ist halt unser Name in aller Munde. Ich hatte deshalb auch schon Überlegungen, mir einen neuen Namen zuzulegen, einen Künstlernamen, da man uns ständig vergleicht, obwohl ich etwas komplett anderes tue. Aber nun wäre dieser Schritt wohl schon zu spät, weil man mich ebenfalls kennt. Würde ich jetzt meinen Namen ändern, würden die Menschen wohl denken, ich spinne.

Jetzt wäre es wohl tatsächlich hierfür zu spät, ich finde diese Idee auch ein wenig lustig, da ja viele Menschen/Medien ohnehin denken, der Name Gabalier sei ein Künstlername.
(Lacht) Das stimmt, ja jetzt wäre es echt zu spät für einen anderen Namen.

Wird euer jüngster Bruder von der Familie ein wenig abgeschottet oder meidet er von sich aus die Öffentlichkeit?
Nein, er meidet von sich aus die Öffentlichkeit, er geht noch zur Schule und ist zu Hause bei unserer Mutter.

Zurück zu Dancing Stars! Wird hier wirklich beinah täglich von Freitag auf Freitag trainiert?
Ja, wir haben über Wochen ein tägliches Programm zu absolvieren, was einem viel Kraft und Energie abverlangt.

Tanzen strahlt teilweise auch eine Art Erotik aus – knistert es da nicht ein wenig zwischen einem Tanzpaar, das wochenlang intensiv miteinander trainiert?
Natürlich lernt man sich hier intensiver kennen, als würde man nicht miteinander tanzen. Als Tänzer kennt man allerdings die Grenzen, aber wenn man so viel Zeit miteinander verbringt, dann lernt man sich unweigerlich näher kennen, und wächst auf eine besondere Weise zusammen. Für mich ist das sehr schön, aber das heißt nicht, dass man deshalb gleich eine Affäre hat.
Beim Tanzen ist die Musik auch ein wesentlicher Faktor, mit ihr kann man so schöne Emotionen zeigen, strahlt sich gegenseitig an, das mag für Zuseher sehr wohl auch erotisch wirken.  Man ist aber  natürlich auch ein wenig Schauspieler, es ist ein Mittelding mit echten Emotionen, die von innen kommen, die man  in diesem Moment durchlebt, und ein bisschen Schauspielerei.
Da die Musik beim Tanzen so wichtig ist, und ich Musik liebe, mache ich auch selber Tanzmusik und habe bereits eine Single, sowie ein Album veröffentlicht.

Bei Dancing Stars haben sich schon Paare verliebt, es gingen sogar Beziehungen zu Bruch. Im Vorfeld der heurigen Staffel waren auch über Dich und Deine Tanz-Partnerin, Musicalstar Marjan Shaki, sowie ihrem Lebenspartner und Dancing-Stars Teilnehmer Lukas Perman, von Eifersüchteleien zu lesen – Show oder Wirklichkeit?
(Lacht) Hier wurde uns Vieles in den Mund gelegt, ist ja lustig – und natürlich stürzen sich die Medien gleich auf solche Meldungen. Für viele Leute sieht es tatsächlich so aus, als wäre es ein Partnertausch, aber dem ist natürlich nicht so. Ich lebe in einer glücklichen Beziehung, liebe meine Lebenspartnerin (Christiana Leuthner) und bei uns passt wirklich alles.

Welche Musik hört Willi Gabalier privat gerne?
Sehr viel und breit, von Klassik bis Punk-Rock, über Pop zu House. Wirklich sehr breit gefächert, alles was einfach gut ist.

Danke, dass Du Dir für uns kurz Zeit genommen hast, und toi toi toi für Dancing Star 2013!
Ich möchte mich bedanken, und auch bei allen Fans die mich bei dieser Show sehr unterstützen und wöchentlich für mich anrufen (voten).

DamenwahlEinen besonderen Stellenwert im Leben von Willi Gabalier spielt schon von klein auf die Musik. Sie begleitete ihn ein ganzes Leben lang und war neben dem Tanzen immer seine große Leidenschaft. Nachdem er feststellen musste, dass auf dem heimischen Musikmarkt keine Musik produziert wird, deren Tanzbarkeit über den Disco-Fox hinausgeht, begann er vor einigen Jahren eigene Lieder zu komponieren und zu texten.
Mit der Single „Sing & Swing“ und dem Tanzmusik-Album „Damenwahl“ (2012), ist seine Musik auch laufend im Radio zu hören.

Im folgenden Video seht ihr Willi mit seiner Freundin Christiana gemeinsam auf der Bühne – „Sing & Swing“:

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