Rückblende: Andreas Gabalier live im Waldviertel


Da es zurzeit etwas ruhiger um unseren Steirer-Buam ist, und  bald der Frühling den Winter ablöst, möchten wir in unserer Serie „Rückblende“ wieder eine Geschichte über einen Live-Auftritt von Andreas Gabalier, im Winter 2010, präsentieren. Die Geschichte erzählt uns ein Fan der ersten Stunde aus Wien und der Schauplatz befindet sich diesmal nicht in der Steiermark, nicht in den Bergen oder in einer Großstadt, nein, diesmal zieht es uns ins niederösterreichische Waldviertel:

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…. und dann hinaus Richtung Stockerau durch sehr flaches aber schön weiß angezuckertes Land, gut dass Schnee war, sonst wär das eine ziemlich trostlose Gegend. Lang ist mir die Fahrt nicht vorkommen, aber es wird schon zirka eine Stunde gewesen sein, schon sind wir in Ravelsbach angekommen.
Am Parkplatz vor dem Kirchenwirt noch ziemlich gähnende Leere …!?! Beim Eingang empfing uns der Senior-Wirt, wir plauderten ein bißerl, erzählten ihm von wo wir kommen und dass wir so begeistert sind vom Andreas … sagte er uns, da heroben tut er sich noch a bisserl schwer, es war ihm nicht möglich 200 Karten zu verkaufen, obwohl er es in alle Bezirkszeitungen gegeben hat und an 25000 Haushalte geschickt … da war uns schon ein bißerl mulmig, was bedeutet das für heute.
Roby war schon da mit der Technik und Sissy und Gertraud konnten ein paar Worte mit ihm reden, sagte der ihnen, dass Andreas ziemlich grantig sei wegen diesem Auftritt, er dürfte das mitbekommen haben, dass es so läuft … allerdings zu diesem Zeitpunkt war Andreas noch gar nicht da, das könnte nur telefonisch gewesen sein … diese Aussagen nahmen uns nicht gerade unsere Sorgen weg. Wir beobachteten, wie der Saal sich füllte, schaute dann doch so aus als würde er ziemlich voll werden. Marianne meinte, die Leute würden nicht gerade sehr begeisterungsfähig drein schauen, da wußten wir nicht mehr so recht, wie das alles werden sollte.
Um 15:30 Uhr kam dann der Senior-Wirt auf die Bühne begrüßte uns und kündigte als Vorgruppe 2 Saxophonisten an, dann wäre eine kurze Pause und dann kommt der „Star des Abends Andreas Gabalier“ … Die beiden Musikanten stellten sich dann vor als „Golden Sax“ aus Hollabrunn, Onkel und Neffe, diese beiden spielten nicht nur gut, sondern nahmen von Beginn an immer wieder bezug auf Andreas. Nach dem ersten Stück erzählten sie, dass Andreas schon da sei und sie beauftragt habe „stimmts mir halt die Mander guat ein“ und sie hoffen, dass Andreas, der sich jetzt unten umzieht und sicher mithören kann, zufrieden mit ihnen sein wird. Dann erzählten sie, dass Andreas gemeint hat „mit zwei ‚goldenen Dachrinnen‘ (Saxophone) kann ja gar nichts schief gehn“
45329_10200116239450002_752631356_n…   Um 3/4 5 Uhr spielte sich dann Andreas herein, er mußte durch den Saal, die Bühne hatte keine Tür … blieb auf den Stufen noch ein bißerl stehn, dann hinauf … er spielte kurz „so liab hob i di“ an, dann die Begrüßung!
Andreas startete mit dem Lied „Steirerland“ – das hat mich ein bißerl gewundert in Niederösterreich, aber ich glaub da war auch Andreas ein bißerl überrascht, das hat er nicht erwartet, es sang der ganze Saal mit von Anfang an, als wäre es das Normalste auf der Welt, dass Niederösterreicher das Steirerland besingen … Andreas testete ein paar Mal an den verschiedensten Stellen, da gab es keine Textunsicherheit, schööööööön!!!
Ab diesem Zeitpunkt waren wir uns sicher, es passt, da kann nichts mehr schiefgehn!


Als 2. Lied sang Andreas „Dahoam“ und da bei der Textpassage „… und Gatsch hupfengehn …“ sang er statt Bundesheer „… in Allensteig“ (zur Erklärung, das ist in der Nähe und ein riesiger Truppenübungsplatz des Bundesheeres) Nach dem Lied erzählte Andreas, dass ihm beim Herfahren ganz mulmig geworden ist, wie er „Horn“ angeschrieben gsehn hat, weil wie er beim Bundesheer war, da war er oft schlimm und dann ist er immer strafversetzt worden nach Allensteig!
Als nächstes Lied sang Andreas dann „Fesche Madeln“ und „Du bist Licht in meinem Leben“ – ich weiß nicht mehr ganz genau, aber irgendwann dazwischen kam er auf der Bühne ganz auf meine Seite, schaute mich ganz fest an und begrüßte mich vor dem ganzen Publikum, irgendwie so, „Ich freu mich, dass heute auch Sr. Sabine aus Wien da ist, sie betet immer fest für mich, weil ich ja doch manchmal auch ein bißerl schlimm bin und hält ihre schützende Hand über mich …“ oder so ähnlich, ziemlich lang hat er geredet, ich traute mich nicht mehr aufschaun und dann haben die Leute applaudiert, Wahnsinn!

Als nächstes Lied sang Andreas „Engel“, dann „Amoi segn ma uns wieder“ – da verteilte Sissy erstmals Sternspritzer … Andreas sagte, dass er das Lied selten spielt, aber heute passt es, das sei heute einer seiner persönlichsten Auftritte im Jahr 2010 … dann „Es ist die Zeit“ … Sissy teilte die nächstenSternspritzer aus … ich glaub, das hat Andreas sehr gefallen. Martina brachte ihm dann auch einen Sternspritzer auf die Bühne!
Dann sang er „mit dir“ und davor erzählte er, dass er eben ein Gedicht hatte für ein Mäderl …. und wie er es zum Radio getragen hat und alles erklärt hat, ihn die Sekretärin zuerst ausgelacht hat. Erst nach 3 Wochen bekam er einen Anruf, er soll das Lied richtig produzieren, dann würden sie es im Radio spielen. Darauf haben ihn die anderen Studenten ausgelacht, was soll ein Lied bei Radio Steiermark, das ist kein Sender, den Studenten auf der Uni hören ….!?!? Aber jetzt sind sie alle Fans!
Bevor er „Bergbauernbuam“ anstimmte setzt er sich auf die Stiege vorm Publikum und erzählte, von der Obersteiermark, wo er aufgewachsen sei … von der Alm, wo er immer wieder hin muss und wo viele seiner Lieder entstanden sind … dann auch dass er erst wie er zur Schule mußte nach Graz gekommen sei … das erklärt die starke Bindung an die Oma … er stand dann auf und ging zum Mikrophon und als die ersten Klänge kamen, sprang der ganze Saal auf. Er mußte nie mit einem Wort erwähnen „bewegts euch, sonst schlaft euch der Hintern ein ….“ oder was er da sonst schon alles gesagt hat … die Stimmung war ein Wahnsinn, das hab ich noch bei keinem Konzert erlebt. Von diesem Lied an bis zum Schluß sind alle nur mehr gestanden und haben geklatscht und dann auch getanzt … er sang dann noch „Obersteirer“, „I sing a Liad für di“ und als Zugabe „so liab hob i di“
Nach den Obersteirern kam der Seniorchef mit einer ganz speziell großen Weinflasche auf die Bühne, i würd sagen 3 Liter oder so … die überreichte er Andreas und sagte, dass er ihn wieder einladen möchte z.B. beim Open Air im Barockgarten Juli-August, das 14 Tage dauert …!!!
Er gab ihm die Flasche mit der Bemerkung, damit er weiß, dass er in Niederösterreich war, dem Weinland!!! – dazu muss ich sagen, dass Andreas irgendwann am Anfang gefragt hatte, ob Ravelsbach noch in Niederösterreich sei oder schon in Oberösterreich …. das ist aber noch sehr weit weg von OÖ.
Andreas bedankte sich beim Wirt aber auch beim Publikum für die tolle Stimmung und das an einem Sonntag Nachmittag.
Bei den „Obersteirern“ und dann vor allem bei „I sing a Liad für di“ hat sich Andreas wieder ganz toll bewegt auf der Bühne, sooo locker, aber doch wieder ganz anders als sonst immer!!!
Es war wuuuuuuuuuuuunderschööööööööööööön! Es war einfach genial, und das ohne jede Übertreibung!
Autogramme schrieb Andreas auf der Bühne, weil beim Fanstand eh kein Platz war, er ließ geduldig Fotos machen, wir konnten ihn von der ersten Reihe aus bequem dabei beobachten!

untitled15Wir haben dann auch noch ein Foto gemeinsam mit ihm gemacht und beim Verabschieden hat er uns noch allen die Hand gegeben und frohe Weihnachten und ein braves Christkind gewünscht, Martina*, die ja einen Rekord aufgestellt hat mit Auftrittsbesuchen, Sissy und ich haben auch noch ein Wangenbussi bekommen!
Wir haben dann unten in der Wirtsstube noch was gegessen, da ist er mit Roby noch einmal vorbei gekommen, hat uns zugewunken „baba“ und gesagt, dass er jetzt noch zu einem Kurzbesuch nach Wien fährt und dann nach Hause!

Für manche Fans, die Andreas Gabalier erst in jüngster Zeit kennenlernten, müssen diese Erzählungen von DAMALS wie ein Märchen aus einer anderen Zeit wirken. Heute wäre es wohl undenkbar, dass der steirische Superstar vor 100 Leuten in einem Dorf-Wirtshaus live auftreten könnte – ja nicht einmal im tiefsten Waldviertel 🙂

*Martina müsste inzwischen die 100er Marke überschritten haben!

Ein weiteres Video von Andreas Gabalier in Ravelsbach bietet uns auch das Duett „Golden Sax“:

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Kategorien: Live-Auftritte | Schlagwörter: , , , | 4 Kommentare

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4 Gedanken zu „Rückblende: Andreas Gabalier live im Waldviertel

  1. Christopher Dolmetsch

    Danke tausend Mal! Ich habe noch nie Gabalier LIVE gesehen und hoffe eines Tages das zu tun…aber es ist immer grossartig solche Reportage und Videos zu geniessen.

  2. Jutta Seifert

    so schön, diesen so gefühlvollen Bericht nochmals zu lesen 🙂
    Danke ❤

  3. Adelheid Hammerl

    Eine super tolle Geschichte und ein wunderschönes Video!! Vielen Dank dafür!! Schade dass es soche schönen Auftritte wohl leider nicht mehr geben wird……

  4. Christoph Bauer

    Ravelsbach ist im WEINVIERTEL und nicht im Waldviertel

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