Hoamatgfühl bei Andreas Gabaliers Heimspiel in Graz


Vielleicht der beste je geschriebene einheimische Kommentar über ein Andreas Gabalier-Konzert! Die Kleine Zeitung über Andreas Heimspiel in der Grazer Stadthalle:

Heimat ist neuerdings cool. Jedes Blümerle wird gestreichelt, jedes Bächlein bestaunt, jedes Hügerle lieb Untitled2gehabt. Auch von den Jungen. Und wenn diese Jungen zum „Andi“ gehen, zum Andreas Gabalier, haben sie natürlich Tracht an. Lederhosen, karierte Hemden, Dirndl in allen möglichen und unmöglichen Farben und Formen. Das war auch am Samstag in der Grazer Stadthalle nicht anders. Nach einer ausgedehnten und erfolgreichen Tournee bis rauf nach Hamburg feierte der 29 Jahre alte Volks-Rock ?n‘ Roller in seiner Heimatstadt sein hochemotionales Heimspiel. Ein Spiel, um es vorweg zu nehmen, das drei Stunden lang dauerte und in dessen Verlauf sich der charismatische Volksunterhalter buchstäblich die Seele aus dem kernigen Leib spielte.

Vor vier Jahren aus dem Nichts aufgetaucht, ist Gabalier zum Massenphänomen geworden, auch zum Spaltpilz. „Pfuigaga“ sagt die Kulturelite. „Hurra“, die Fans zwischen 0 und 100. Den jüngsten Zuhörer trug eine Frau in ihrem Babybauch durch die Halle.

Dieses Heimatgefühl zieht sich wie ein roter Faden durch das Programm. Dieses Nachhausekommen, Ankommen, Geborgensein, Daheimsein. Gabalier spricht diese Gefühle offen an und aus, und man hat den Eindruck, dass er es ehrlich meint. Die Musi, den Kaiserschmorrn, die feschen Madln, die lustigen Buabn, die Oma, die ihn geprägt hat. Ein lausbübischer Heinz Conrads der 2000er-Jahre. Das mag peinlich klingen – ist es aber erstaunlicherweise nicht.

Vergebliche Bitte

1459320_795352587157372_2047403141_nLive ist Gabalier eine Urkraft. Die alten Hits wechseln mit neuen Songs. Und auch in Englisch ist der Entertainer sattelfest. „Home Sweet Home“ kommt, unterstützt von der großartigen Liveband, sogar soulig und gospelig daher. Die „Zuckerpuppe“ fetzt, die „Beichte“ amüsiert.

Und spätestens, als sich der 29-Jährige für einen Akustikblock ans Klavier setzt und seinen Dauerbrenner „Steirerland“ anstimmt, hat er die rund 8000 Zuhörer fest im Griff. Die Masse tobt, tanzt, lacht, jubelt singt mit. Kollektive Glückseligkeit. Drei Stunden lang. Das muss man erst einmal schaffen.

Apropos schaffen: Als Gabalier das Lied „Einmal sehen wir uns wieder“ (gewidmet der toten Schwester) anstimmte und um Stille bat, schaffte es das Publikum nicht, drei Minuten lang innezuhalten. Besoffene Männer grölten, hysterische Frauen kicherten. Der dort oben hat alles richtig gemacht, die dort unten müssen noch üben.
Quelle……  — Fotoquelle….

Anmerkung zu den „die dort unten“ – leider gibt es diese paar „Spinner“ überall – eine negative Begleiterscheinung tritt leider bei jedem Massenphänomen  auf!

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Kategorien: Pressemeldungen | 3 Kommentare

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3 Gedanken zu „Hoamatgfühl bei Andreas Gabaliers Heimspiel in Graz

  1. Gabi

    Das ist ein wirklich sehr guter Artikel, genau so ist es auch. Und diese Gröler bei “Einmal sehen wir uns wieder“ sind einfach nur peinlich, zum Fremdschämen. Ich empfinde es auch immer als sehr unangenehm.

  2. MARie Helene

    Jawoll! Unsre Bleamalan die giaß ma, wonn ma liegn im Hei donn niaß ma …

    Dem Himmelvota sei Dank – es gibt sie doch noch:
    Journalisten, bei denen der Neid und die Missgunst noch nicht überhand genommen haben. Beide Daumen hoch!

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