Huberta Gabalier im Dreiländereck!


Gestern Abend fand im oberösterreichischen Dreiländereck (D, Ö, CZ) ein Leseabend mit Huberta Gabalier statt. Für den Autor dieser Zeilen war der Weg dorthin zu weit, wohnt er selber in einem Dreiländereck – allerdings an einem anderen Ende von Österreich.
ABER – und dieses ABER schreibe ich bewusst groß – unsere gute Seele aus Wien nahm sich Zeit und reiste hinauf ins oberösterreichische Mühlviertel  um Hubsis Lesung beizuwohnen. (Da ihre familiären Wurzeln in diesem nördlichen Eck Österreichs liegen, verband sie natürlich die Reise gleich mit einem Familienbesuch in ihrem Elternhaus.)
Ihr verdanken wir wieder einmal einen authentischen Bericht – diesmal kein Gabalier-Konzert sondern ein Leseabend von Huberta Gabalier in Aigen im Mühlkreis:

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Kurz nach 18.00 Uhr fuhren wir los Richtung Aigen. Ich war noch nie in diesem Vereinshaus, drum fuhren wir zuerst auch daran vorbei, aber dann sahen wir 2 Grazer Autos geparkt, das passte.
Die Musiker waren gerade beim Soundcheck und das hörte sich richtig gut an, eine wunderschöne fröhliche Musik. Das erste Mal, dass ich ein Hackbrett in natura spielen sah und Eva, machte das sehr gut. Eva ist übrigens die Tochter jener Lehrerin und gleichzeitig Nachbarin von Hubsi in Graz, die sie nach Aigen chauffiert hatte und diese Eva und ihre drei Geschwister haben schon immer gerne mit den Gabalier-Kindern musiziert und auch gemeinsam Hl.Messen gestaltet in ihrer Pfarrkirche, wie Hubsi uns später erzählte. Willi hat sie extra erwähnt, der sich immer freute, weil sie nicht lange proben mussten, sie waren so gut, dass sie gleich miteinander los spielen konnten.
Die Lesung hatte die Schwester dieser Lehrerin organisiert, die schon länger in Aigen lebt. Eva, die das Hackbrett spielte und ihr Mann (Baßgeige) haben erst vor kurzem da oben eine neue Firma eröffnet. Ihnen gehörte das 2. Grazer Auto, sie haben das Kennzeichen noch nicht gewechselt.
Diese musikalische Umrahmung passte so gut! Der Saal war bummvoll gefüllt, schätzungsweise 120 Personen haben da reingepasst, aber man hätte wirklich eine Stecknadel fallen hören können, so still war es, wenn Hubsi vorlas oder erzählte.
Da die Lesung im Rahmen der Katholischen Frauenbewegung veranstaltet wurde, startete Hubsi einleitend mit den Worten „Was uns alle hier verbindet, das ist unser Glaube“. Sie sprach zwischen ihren Gedichten viel von diesem Glauben, der hoffen läßt, auch wenn man durch eine ganz dunkle Zeit gehen muss, von den Umwegen, die wir oft in unserem Leben machen müssen, bis wir zu dem finden, was wirklich Unseres ist, da erwähnte sie Andreas, der erst auf Umwegen zur Musik fand, obwohl sie schon immer gespürt hatte, wie sehr die Musik Seines war.


Sie erzählte von ihrer Kindheit in sehr einfachen Verhältnissen am Bauernhof, aber sehr geborgen und in liebevoller Atmosphäre, von ihrem Papa, der sie lehrte behutsam mit dem Wort umzugehn, weil man es nicht mehr zurückholen kann, wenn es einmal ausgesprochen ist, von der Liebe, die das Größte ist und die man einfach leben muss.
Der EINE, der uns liebt für immer, ist an Kreativität nicht zu übertreffen, denn von den 7 Milliarden Menschen, die auf der Welt leben, sind keine zwei gleich, jeder ist anders in seinem Aussehen, Fühlen und Denken. Sie sprach von der Selbstliebe, die sie erst lernen musste, denn das 2. Gebot nach der Gottesliebe spricht vom Nächsten lieben wie sich selbst. Es muss uns bewußt werden, dass wir wertvoll sind, so wie wir sind, auch wenn wir Fehler machen, wir müssen nicht perfekt sein.
1517661_451462608312541_1692324331_nHubsi erzählte dann von ihrem Suchen nach Hilfe in der schmerzvollen Zeit des Verlustes von Mann und Tochter, letztlich half keine Therapie so sehr wie einfach die Menschen, das eingebettet sein in die Familie, die aufmerksamen Nachbarn, die Pfarrgemeinde. Sie sagte, dass sie jetzt einfach selbst vor allem helfen möchte, den Menschen, die durch eine schwere Zeit gehn. Sie glaubt, dass ihr 3. Buch „Die Herzsteinfrau“, an dem sie noch arbeitet und das ihre ganze Lebens- und Leidensgeschichte beinhalten wird, diesen Menschen sehr viel Hilfe geben wird, auch wenn jeder auf seine ganz eigene Weise das Leid aufarbeiten muss. Zirka 3000 Herzsteine hat sie schon zu Hause, die sie selbst gesammelt oder manchmal auch geschenkt bekommen hat, manchmal schenkt sie auch einen weiter.
Dann sprach Hubsi von ihren Erfahrungen in der Natur, wie sie ihre lieben Verstorbenen erleben darf, wenn sie in die Weite des Universums blickt. Sie lud uns ein, anzunehmen was ist, sich wandeln zu lassen, die guten Schwingungen der Musik aufzunehmen, im Verzeihen Erlösung zu finden.
Sie selbst hat die Erkenntnis gewonnen, wenn auch oft Vieles ungestüm im Leben läuft, irgendwann wird das Leben wieder rund.

Hubsi hat für diese Lesung einige Gedichte anders gewählt als sonst und auch bei den Erzählungen zwischendurch hatte ich das Gefühl, dass sie einfach ganz viel geben möchte. Ich glaub, das ist ihr auch gelungen, es war wirklich mucksmäuschenstill und die Musik zwischendurch war so eine liebevolle Untermalung des Gesagten.
Abschließend sagte Hubsi noch – und das hab ich auch bisher noch nie so von ihr gehört – dass jede Lesung für sie selbst ein Stückchen Heilung bedeutet, durch das aufmerksame Zuhören der Leute, durch anerkennende Blicke und manches Wort, das ihr gesagt wird.

Es war schön und sehr stimmig und ich freue mich wirklich von Herzen dabei gewesen zu sein!

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Kategorien: Hoamatgfühl | Schlagwörter: | Ein Kommentar

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Ein Gedanke zu „Huberta Gabalier im Dreiländereck!

  1. Silei

    Liebe Theresia dem ist nichts hinzuzufügen, wie immer wunderbar zusammengefasst. Für mich war es wirklich eine sehr stimmungsvolle, berührende Lesung ich hatte mehrmals Tränen in den Augen. Ich bin sehr glücklich nun endlich auch Hubsi persönlich kennengelernt zu haben.

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