Tagesarchiv: 28. Februar 2014

Gabalier erzählt: „Ich will nicht gehen, die Leute wollen nicht gehen, …. danke München!“

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Es ist eine halbe Stunde bevor die Show beginnt, ich montiere die In-Ears und höre über die Halle. Ah, die Mikros sind schon aktiv. Aus Hören wird da umgehend Spüren. Da sind die Menschen, da ist die Erwartungshaltung des Publikums die nahezu in der Luft zu flimmern scheint. Die Schwingungen die mir da direkt ins Ohr übertragen werden sind ein unglaubliches Gefühl. Das ist der Moment, an dem ich beginne mich komplett abzukoppeln. Der ganze Showbetrieb rund um mich, bleibt draußen aus meinem Kopf. Ein kleines kühles Bier, die Harmonika vor der Brust, die Augen geschlossen gehe ich langsam, ganz für mich alleine hinter der Bühne auf und ab. Der Adrenalinspiegel ist Oberkante Unterlippe…

Zwei, drei Minuten vor der Show holen mich die Techniker zurück ins hier und jetzt. Noch ein kurzer Check – 1, 2… ja, ein kleines bisschen lauter, bitte. Ja, danke, passt! Im In-Ear höre ich jetzt ganz deutlich die ersten Reihen. Aus Gemurmel werden klare Worte. Die ersten Reihen sind der Hammer. Das ist echt das allergeilste was da abgeht.

Der Stage Manager klopft mir auf die Schulter. Deutet mit dem Daumen: Noch eine Minute. Hallenlicht aus.  Die Finger auf der Harmonika werden leicht feucht. Ich stehe im Dunkel. Über mir die Bühne. Die Leute beginnen zu kreischen. Ich steige auf die Hebeplattform und wachse förmlich aus dem Bühnenboden. Alles ist finster und dann das Licht! Ein Spot, direkt auf mich und wenn sich der Kegel des Scheinwerfers in die Halle frisst, Köpfe aus dem Dunkel schält, dann zeigt sich erst die Dimension. Die Größe der Halle, die krieg ich da erst so richtig mit. Bist du deppert! Was für ein Moment! 13.000 schauen dich an. Die Handys gehen in die Höhe. Die ersten 1 1/2 Minuten sind das Stahlbad. Ganz alleine. Nur die Harmonika, meine Stimme und die 13.000. Am Anfang der Deutschland-Tour 2013 war genau das meine Angst. Ob in diesem Moment die Stimme hält, denn das war ja eine echte Herausforderung. Jeweils drei Tage am Stück eine Show spielen und ich hocke ja nicht gerade 2 1/2 Stunden irgendwo still und singe vor mich hin… Einmal hat einer der Techniker gesagt, als sie mich raufgeschickt haben: „Wir lassen ihn jetzt von der Kette“ und genauso fühlt sich das bei mir an. Nach acht, neun Shows aber, da hat sich gezeigt dass die Stimme hält und hier und jetzt in München, hat es überhaupt eine besondere Stimmung. Das letzte Konzert der Deutschland-Tour. Ausverkauft. Olympiahalle. Das als Künstler erleben zu dürfen macht fast demütig aber jetzt ist keine Zeit für Demut. Jetzt kommt der Volks Rock’n’Roll über Minga!

Servas die Madeln – Griass euch die Buam. This ist the way of Volks Rock’n’Roll!

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