Brauchtum um Ostern!


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Ratschenbaukurse oder prächtige Feuer: Die Bräuche rund um das Osterfest sind populärer denn je, teilweise wurden sogar vergessene Rituale wieder aufgegriffen. Und das kommt nicht von ungefähr – Sie geben uns Sicherheit und machen die Welt weniger nüchtern, und genau danach sehnen sich Menschen in Zeiten von Globalisierung, Krise und Zukunftsängsten. (Kommt uns VRRollern diese Erklärung nicht bekannt vor?)

Ursprünglich hatte Brauchtum vor allem eine sozioökonomische Funktion: Zum einen stärkte es den Gruppenzusammenhalt, zum anderen sollte es zu einem segensreichen Jahr beitragen. Das Ausstecken von Palmkätzchen oder kleinen Holzkreuzen auf Wiesen und Äckern rund um Ostern soll z.B vor Naturkatastrophen bewahren.

Aus wirtschaftlichen Gründen wurden schon früher die Eier hart gekocht: Da es in der Fastenzeit verboten war, sie zu essen, wurde so ihre Haltbarkeit verlängert. Das Segnen von Speisen wie Brot, Fleisch oder eben Eiern war hingegen eine Danksagung an Gott für die Gaben und die Schöpfung.

Erst im 19. Jahrhundert, zu Beginn der Industrialisierung, wurde Brauchtum auch zu einem kulturellen Faktor: Lehrer, Pfarrer und andere Leitfiguren im Dorf griffen alte Rituale wieder auf, um so die Erinnerung an ein scheinbar glücklicheres, bäuerliches Leben wieder aufleben zu lassen. Ein berühmter Vertreter dieses Phänomens war Erzherzog Johann: Der steirische Prinz setzte gleichzeitig auf Industrialisierung und Tradition.

Gleich wie zu Weihnachten oder im Fasching finden sich im österlichen Brauchtum aber auch vorchristliche Elemente. Ostern steht auch für Neubeginn, das Frühjahr wird begrüßt und der  Hase und die Eier sind schon seit Urzeiten Fruchtbarkeitssymbole.  Aus unserem nördlichen Nachbarland haben wir  das Aufstellen von Ostersträuchern und -bäumen übernommen: Die ersten Hinweise darauf finden sich in deutschen Frauenzeitschriften der 60er-Jahre. Es war der Beginn des großen Dekorierens im eigenen Haus.

Eines hat aber seit jeher Platz zu Ostern gehabt: die Liebe. Denn nach dem langen Winter und sonst durch strenge Sitten kaum möglich, nutzten viele die Zusammenkunft rund um das Osterfeuer, um sich die feschen Maderln und flotten Buam aus dem Dorf genauer anzusehen.

Quelle: Kleine Zeitung

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Kategorien: Hoamatgfühl | Schlagwörter: , | Ein Kommentar

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Ein Gedanke zu „Brauchtum um Ostern!

  1. Silei

    Frohe Ostern!

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