Gabalier: „Lasse mich nicht braun anmalen“


Gabalier Live am 8. August in Dornbirn

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Während wir Bergbauernbuam von einem Ausflug zum anderen reisen und dazwischen beinah kein Sommer bzw. Bierfest auslassen, tourt Andreas von Stadt zu Stadt mit seiner Open Air Tour die nächstes Woche zum Finale in Wien und Graz endet. Letzteres war wohl der Grund, dass Österreichs größte Tageszeitung KRONE Andreas zu einem langen ausführlichen Interview bat.
Wir veröffentlichen davon folgende Auszüge:

Krone“: Hast du bereits begonnen, an deinem neuen Album zu arbeiten?
Gabalier: Ich habe etwa 20 Ideen auf mein Smartphone raufgespielt.

„Krone“: Einfacher wird es durch deine momentane Erfolgssituation jedenfalls nicht mehr.
Gabalier: Überhaupt nicht, das stimmt. Ich schreibe ja auch alles selbst, wenn das nicht der Fall wäre, könnte ich über den Winter mal pausieren und mich etwas fangen. Ich kriege genug Vorschläge von außen, aber das wäre nicht ich und zudem würde es den roten Faden meiner bisherigen Alben zerstören. Irgendwie geht es aber immer, auch wenn es ein Kampf ist und manchmal viel Stress beinhaltet. Mit meinen 20 Gitarrengriffen bin ich auch nicht der Schöpfer von allem und bin froh, wenn dann die Studiomusiker Songs ergänzen.

„Krone“: Zudem hattest du in den letzten Wochen sehr viel Stress mit der Geschichte rund um die österreichische Bundeshymne. Hast du damit gerechnet, dass diese Sache schlussendlich für so viel Aufruhr sorgt?
Gabalier: Nein, überhaupt nicht. Ich stehe aber nach wie vor dazu, denn dazu habe ich meine Meinung. Ganz arg finde ich, dass ich am Ende von diversen ganz arg linksradikalen Redakteuren braun angemalen wurde, das sehe ich nicht ein, denn das bin ich in 1.000 Jahren nicht. Damit habe ich nichts zu tun. Ich finde es einfach schade, dass gewissen Redakteuren die Möglichkeit gegeben wird, ihre persönliche Meinung abzudrucken und nicht etwas objektiver zu berichten. In einer Demokratie kann man seine Meinung dennoch sagen, und die Hymne hat 70 Jahre lang gepasst – jetzt plötzlich gar nicht mehr. Man ist sofort frauenfeindlich und was weiß ich. Mir als Musiker ging es schlussendlich auch um ein Urheberrecht – es wurde mal so geschrieben und man muss es nicht abändern. Wie ich auch in meinem offenen Brief schrieb. Wir taufen ja den Stephansdom auch nicht um.

„Krone“: Der Brief ist ein gutes Stichwort. So ganz auslassen konntest du das Thema auch nach Wochen nicht.
Gabalier: Du kriegst einfach von allen Seiten so viel Beton, dass du dich mal wehren musst. Ich habe gesagt, ich werde das in den Medien nicht mehr bei Pressekonferenzen oder Interviews betonen. Aber irgendwann muss man noch einmal was klarstellen – das habe ich mit dem Brief gemacht. Was jetzt an Reaktionen von Menschen oder Zeitungen, die mich nicht mögen, kommt, damit muss ich leben. Das ist nun einmal so. Das ist part of the game. Du bringst meine Oma auch nicht aufs Seerock, weil es für sie Satansmusik ist. Wenn du in einem so großen Ausmaß Erfolg hast, funktioniert das nur, wenn du polarisierst. Nur braun anmalen müssen sie mich wirklich nicht, denn das muss ich nicht akzeptieren.

„Krone“: Wie weit ist es deiner Meinung nach gut und klug, dass ein Künstler sich so stark in politischen Themenbereichen bewegt?
Gabalier: Ich denke, dass das für nichts ist, und in meinem Fall war es auch nicht die Absicht, in die Politik vorzustoßen. Egal was du sagst, wenn du in der Öffentlichkeit stehst, wird das immer eine Partei für sich zu nutzen versuchen. Das ist aber nicht gut, denn die Fans sind unterschiedlichster politischer Einstellungen. Mit dem Affentheater will ich auch gar nichts zu tun haben, dafür gibt es die Politiker und nicht mich. In einem ganzen Raum kommt man niemals auf einen grünen Zweig. Der eine fährt lieber den starken Mercedes mit viel Benzin, der andere will Elektroauto fahren.

„Krone“: Hast du Angst, dass diese Geschichte deinem Image nachhaltig schadet?
Gabalier: Überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil. Die Leute haben sich auf sämtlichen Internetportalen zu Zigtausenden kundgetan – ich finde, dort sieht man die wirkliche Meinung, was sich die Menschen denken. Ein Zeitungsartikel ist schnell einmal verfasst, und viele glauben immer alles, was da drinsteht, aber die Masse macht sich schon ihren eigenen Kopf. Das Ganze ist auch nicht so schlimm.

„Krone“: Ist die Geschichte für dich endgültig abgehakt?
Gabalier: Vollkommen.

„Krone“: Du wolltest die Version der alten Hymne auch in die Charts bringen. Das klingt nicht ganz nach „Thema erledigt“.
Gabalier: (lacht) Auch da haben wir dann gesagt, dass wir es sein lassen, weil eh schon genug passiert ist. Ich denke, das Land und die Politik haben andere Sorgen als sich um so einen Blödsinn zu kümmern. Man darf aber wohl noch seine Meinung sagen, und die war anscheinend auch zu 80 bis 90 Prozent im Interesse der Masse. Zumindest auf den unterschiedlichsten Portalen, wo abgestimmt werden konnte, oder in den Zeitungen, die zu diesem Thema nicht nur für mich geschrieben haben. Selbst dort schrieben die Menschen in den Internetumfragen: „Eigentlich geht mir seine Musik am Arsch vorbei und ich brauche ihn nicht, aber bei dem Thema hat er meine Unterstützung.“ Man wird niemals alle für jedes Thema begeistern. Ich war auch in der Diskussion mit der Frau Rauch-Kallat höflich und freundlich, weil ich gewisse Dinge schätze, die sie gemacht hat. Mit einem Punkt konnte ich nichts anfangen, und das habe ich kundgetan. Ich habe es ja nicht mal gesagt, sondern gesungen. Ich wurde auch gebeten, die Hymne so zu singen, und das war für mich eine klare Sache. Nachdem der offene Brief von den Grünen kam, zudem mit einem juristischen Druck im Hintergrund, habe ich die Stellungnahme bei der „ZiB“ abgegeben. Darüber, wie das schlussendlich ausgeartet ist, sollten sich aber die Politiker Gedanken machen.

„Krone“: Das liegt sicherlich daran, dass du so stark im Rampenlicht stehst.
Gabalier: Ja, aber das ist ein Thema, das hätte man vielleicht nicht so erzwingen müssen, weil es die Masse gar nicht so gewollt hätte. Vielleicht sollte so mancher die Größe haben und sich einen Fehler eingestehen oder nicht alles so verbissen verfolgen.

„Krone“: Auf der anderen Seite könnte man dich aber auch fragen, warum du die Hymne so singst. Da beißt sich die Katze in den Schwanz.
Gabalier: Das ist richtig. Deshalb sage ich ja auch, dass man damit niemals fertig wird und ich mich jetzt aus dieser Geschichte raushalte.

Das vollständige Interview findet ihr hier…..

Wir sehen es vollkommen gleich wie Andreas – das Thema ist abgehakt!!!
Sollen die Politiker die Binnen-Is sich tätowieren, wem kümmert es – es lebe der ehrliche VolksRocknRoll 🙂

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