Ein besonderes Heimspiel – Gabalier Open Air am Schwarzlsee


Kein Konzertbericht ist authentischer, als wenn er von einem Fan geschrieben wurde. Folgenden ausführlichen Bericht über den gestrigen Open-Air-Abschluß von Andreas Gabalier in seiner Heimat verdanken wir wieder einmal unserer guten Seele aus Wien…..

16.08.2014  Andreas beim Open Air am Schwarzlsee

Wie beginne ich einen Bericht von zwei Konzerten an zwei aufeinanderfolgenden Tagen, die so gar nicht vergleichbar sind?

Manche sagten mir gestern nachher, das war 100 und 1, aber ich widerspreche dem, das bringt es nicht auf den Punkt und wäre auch ungerecht dem Wiener Publikum gegenüber, denn die Fans in Wien standen den Fans am Schwarzlsee – nebenbei erwähnt, es waren ja auch zum Teil dieselben – um nichts an Euphorie nach, aber was schreibe ich da, wir wissen es doch, JEDES KONZERT VON ANDREAS IST EINZIGARTIG, keines ist wie das andere!!!
Das ist ja auch der Grund warum Fans mit völligem Unverständnis reagieren, wenn jemand meint, „warum gehst du so oft hin, er singt doch eh jedes Mal das Gleiche?“ Gestern war MEIN 28. Konzert und es war keines vergleichbar mit einem anderen.

Aber zurück zu Wien und Graz, die beiden Abschlusskonzerte von Andreas‘ heuriger Open Air-Tour durch Deutschland, Schweiz und Österreich.
In Wien hat Andreas ganz andere Akzente gesetzt:
Da brachte er eine Hommage an die Bundeshauptstadt, die er mit drei stimmgewaltig und gleichzeitig gefühlvoll, eben sensationell interpretierten Wienerliedern zum Ausdruck brachte und damit seine unglaubliche Vielseitigkeit dokumentierte.
Da war ihm wichtig, noch ein letztes Mal zur Hymnendebatte klarzustellen, dass für ihn die Gleichberechtigung der Frauen eine Selbstverständlichkeit ist, die man nicht noch extra betonen muss, weil er sie tagtäglich lebt und er holte sich nochmals die 100%ige Zustimmung seiner Fans ab zu seiner Denkweise.
Da war die liebevolle Begegnung mit Gregor Meyle, der ihm bei „Sing meinen Song“ ans Herz gewachsen ist und dem er erstmals die Möglichkeit bot vor so einem riesigen Publikum aufzutreten mit seiner beruhigenden relaxten Unterstützung.

… und dann kam Schwarzlsee, DAS HEIMSPIEL, DIE HEIMKEHR nach vielen Monaten, die Andreas fast nur im Ausland verbrachte, zumindest was seine Auftritte betraf. Es ist nicht selbstverständlich, dass ein Star auch in seiner Heimat so viel Anerkennung findet, Andreas weiß das und schätzt das. Er bezeichnete sich gestern selbst als „Heimraunzer“ als EINER, der anderswo in der Welt oft einmal von Heimweh geplagt wird … der – auch wenn er gerne reist – eben am liebsten doch DAHEIM ist … und gestern ließ er sich feiern, unbeschreiblich, unvorstellbar, ich trau mir zu sagen „nie dagewesen“.

Er hat es darauf angelegt, sein HEIMSPIEL zum absoluten Höhepunkt der heurigen Tournee zu machen. Er wollte es so!

Viele Fans waren aus Deutschland gekommen, schätzungsweise mindestens ein Viertel des gesamten Publikums gestern. Sie waren gekommen, weil sie Andreas einmal DAHEIM erleben wollten … und sie wurden nicht enttäuscht!

Gestern am Schwarzlsee, das war nicht einfach nur ein Open Air von Andreas, das war der Gipfel was ein Künstler leisten kann, Andreas ging nicht nur an seine Grenzen, ich wage zu behaupten, er ging mehrmals darüber hinaus. Aber es war auch der Gipfel was Fans zu leisten vermögen, denn Andreas forderte sie zu einem nicht enden wollenden Jubel heraus und stand dann da mit seinem strahlensten Lächeln, glücklich, unendlich dankbar, manchmal auch mit Tränen der Rührung in den Augen und genoß!!!
Untitled2Von Beginn an war alles ein bisserl anders! Erstmals spielte er sich nicht allein mit seiner Ziehharmonika auf die Bühne. Nein, diesmal startete die Band mit viel Rhythmus und Andreas erschien erst nach den ersten kräftigen Akkorden von rückwärts auf der Bühne und sang als INTRO „Obersteirer“. Schon bei diesem Lied ließ er uns den Refrain immer und immer wieder wiederholen und legte mit seinen berühmten kleinen Handbewegungen nach, dass der Jubel immer und immer wieder aufbrauste. Bereits da ließ er sich zum ersten Mal auf die Bühne fallen und ich könnte mir vorstellen, dass es nicht nur der Show wegen war, sondern dass er da schon eine kurze Verschnaufpause brauchte nach dem unglaublichen Anfangssprint, den er rund um den Bühnensteg hinlegte. Ebenso geschah es nach dem ersten Mal „I sing a Liad für di“.

Abgesehen vom Intro-Lied, war die Setliste gleich mit den früheren Tourkonzerten in diesem Jahr – nur Wien war da eine Ausnahme, wegen der schon erwähnten anders gelagerten Schwerpunkte.

Trotzdem kam gestern jedes Lied anders zu den Fans herüber als irgendwo sonst. Klar, dass in seiner Heimat „STEIRERLAND“ einen ganz anderen Stellenwert hatte, auch wenn, wie er erzählte bis hinauf nach Hamburg die Fans dieses Lied mit ihm sangen als wären sie selbst Steirer. Diesmal war Onkel Michael aus Oberwölz dabei für den dieses Lied eigentlich als Gedicht zum 50. Geburtstag geschrieben worden war und ganz viele von der Familie waren da, beide Brüder, die Mama, alle Freunde … auch „HOME SWEET HOME“ hat wohl noch nirgends so innig  geklungen.

Bei „Amoi segn ma uns wieder“ war es gestern so still wie noch nie zuvor, nicht der leisteste Ansatz eines Klatschens nachher, kein Johlen irgendwo entfernt an der Bar. Andreas war überwältigt von diesem Respekt, der ihm da gezollt wurde. Mit „Es wär an der Zeit“ ließ er diese ruhige, sehnsüchtige Stimmung noch ein bisserl ausklingen.

Untitled1Danach gab es nur mehr Vollgas, Wahnsinn, nicht nur für ihn, auch für uns, er heizte das Publikum an unvorstellbar. Ehrlich gesagt, ich war zu dem Zeitpunkt selber schon ein bisserl am Ende meiner Kraft, die Füße wollten mich fast nicht mehr tragen, waren schon ganz zittrig und unsicher, die Hände schafften nur mehr jeden zweiten Schlag – vielleicht auch wegen des Schlafmangels vom Tag davor – aber um mich gingen alle völlig ab und immer und immer wieder ließ uns Andreas die Refrains der Lieder wiederholen und sich endlos feiern. Nach dem letzten Mal „I sing a Liad für di“ ließ er sich mit dem Kopf nach unten auf den abschüssigen seitlichen Bühnensteg fallen direkt vor uns, dass ein Security vom Bühnengraben hinging, seine Hand nahm und den Puls fühlte, sein Herz pumpte auf und ab wie wild. Ich denke, da hatte er wohl eine Pulsfrequenz wie ein Marathonläufer, der im Ziel erschöpft zusammensackt. Eine Weile lag er so da, dass man das Gefühl hatte, nun ist das Konzert aus, das schafft er nicht mehr, aber dann sprang er auf und die erste Zugabe war so kraftvoll, als wäre es das erste Lied und nicht schon das vorvorletzte nach inzwischen mehr als drei Stunden Bühnenshow der Superlative.

Erstmals am Schwarzlsee gab es noch einen Showeffekt, den er sich auch für sein HEIMSPIEL aufbewahrt hatte. Die Bühne „spuckte“ Feuer aus 4 – 6 Düsen, immer wieder bei diversen Liedern. Nach der 2. Zugabe „so liab hob i di“ ließ Andreas sich mit seiner Band feiern, den ganzen Bühnensteg entlang und seine Musiker strahlten ähnlich wie er, sie waren glaub ich alle überwältigt, vor allem auch Uwe, sein Bandleader, den Andreas erstmals als Professor tituliert hatte, der strahlte mit so glücklichen Augen. Als die Band die Bühne verließ, schien es, als ob wir nichts mehr erwarten durften, Andreas entschuldigte sich bei den Anrainern für’s Überziehen, bat, sie mögen diesmal nicht klagen, keine Ahnung, ob das ein Gag war oder wirklich schon einmal passierte … nach langen Zurufen setzte sich Andreas aber dann doch nochmals ans Klavier und sang mit der Bitte, dass mir mit ihm singen, noch sein allererstes Lied „MIT DIR“ und auch da ließ er uns an die 5 – 6x oder noch öfter den letzten Refrain wiederholen. Dann wurden aus zwei Düsen von der Bühne Sternderl in die Luft geschleudert, auch das war am Schwarzlsee erstmalig, nur in München am Königsplatz, glaub ich, sind bei „so liab hob i di“ Sternderl aus Pyrotechnik vom Himmel gefallen.

Es war ein ganz besonderes Konzert! Jedes Konzert von Andreas ist ein besonderes Konzert, aber dieses HEIMSPIEL hat Andreas ganz bewusst als absolutes Highlight, als Krönung der Tournee geplant. Er wollte damit seiner Heimat eine besondere Ehre erweisen. Er wollte aber auch der Welt zeigen – und es waren ganz viele Journalisten da, das hat er selbst gesagt – wo seine Wurzeln sind und immer bleiben werden.

In den nächsten Tagen folgen weitere Fotos/Videos von der Krieau und Schwarzlsee! 

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Kategorien: Live-Auftritte | Schlagwörter: , , | Ein Kommentar

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Ein Gedanke zu „Ein besonderes Heimspiel – Gabalier Open Air am Schwarzlsee

  1. Ich selber wohne in Schweden, meine Frau und ich sind schon seine Fans geworden mit seinem ersten Auftritt beim musikantlstadl, leider ist es uns nicht möglich gewesen nach Berlin oder nach Hamburg zu seinem Open – Air zu kommen, ich habe als Trost von meiner Frau die live DVD aus Wien bekommen, unwahrscheinlich dieser andreas, wir hoffen das wir im Jahre 2015 ein Konzert besuchen können,
    Grüße aus dem Schweden Sepp Hinterlechner

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