Feiertage als hohes Gut


Heute, am Gründonnerstag, musste ich zufälligerweise zweimal an eine Aussage von Andreas Gabalier denken, die er in einem Interview irgendwann vor 2 Jahren machte. Sinngemäß bedauerte Andreas damals, dass immer mehr Menschen die Bedeutung und Hintergründe der kirchlichen Feiertage nicht mehr kennen.
278679581813Heute morgen präsentierte irgend  eine Frühstücks-TV-Sendung hierfür einen Beweis. Es wurden Leute auf der Straße befragt ob sie wissen was am Karfreitag geschah. Man glaubt es kaum, von 4 Antworten war nur eine richtig.
Für Christen ist der Tag des Kreuzestod Jesus der strengste Fast- und Abstinenztag des Jahres, nicht nur kulinarisch auch Feierlichkeiten a la Parties, Tanzveranstaltungen,… sind tabu. 
Der eine oder andere eingefleischte Gabalier-Fan der ersten Stunde wird sich vielleicht noch an Andreas Live-Auftritt am Karfreitag 2011 in einem Wiener Discoclub erinnern  und sich dabei die Frage gestellt haben, wie ist das für einen gläubigen Menschen wie Andreas vereinbar? Diese Frage bekam Andreas auch zuhause gestellt, als er im Kreis seiner Familie Ostern feierte und er konnte wahrheitsgetreu seiner gläubigen Mutter und Oma versichern, dass sein Konzert nach Mitternacht, also am nächsten Tag, stattfand. 
Andreas ist sich dem Sinn der österlichen Feiertage mehr als bewusst und vielleicht  gibt er auch hier für viele junge Menschen ein Vorbild ab. 

Das unsere christlichen Feiertage auch für Andersgläubige oder Atheisten als ein hohes Gut unserer Kultur betrachtet werden sollte, erfuhr ich heute in einem Kommentar in der Presse:

Ostern steht vor der Tür, Pfingsten – und jene Feiertage, die stets auf einen Donnerstag fallen und vielen zusätzlich einen freien Fenstertag bescheren. Wie hießen diese Feiertage nochmal? Und was wird da eigentlich gefeiert? Egal, es sind arbeitsfreie Tage, noch dazu in der schönsten Jahreszeit.

Heute stellt sich die Situation etwas anders dar als zu der Zeit, als das Konkordat geschlossen wurde: Die Zahl der Christen schrumpft, jene von Menschen ohne religiöses Bekenntnis steigt. Der Anteil der Katholiken an der Bevölkerung beträgt in Österreich derzeit 65 Prozent, in Wien sind es nur mehr 39 Prozent…..

Der Wirtschaft sind die vielen gesetzlichen Feiertage in Österreich schon lange ein Dorn im Auge, ebenso die Sonntagsruhe. Die Produktion stehe zu oft still, es müssten hohe Zuschläge bezahlt werden. In seltenem Einvernehmen mit der Kirche verteidigt die Gewerkschaft seit je die katholischen Feiertage und den arbeitsfreien Sonntag. Selbst jene, die sonst heftig gegen „Kirchenprivilegien“ auftreten und am liebsten alles, was an Religion erinnert, aus dem öffentlichen Leben entfernen wollen, sind für die Beibehaltung dieser Feiertage.

Denkt man die Sache zu Ende, stellt sich die Frage, wieso Menschen, die aus der Kirche ausgetreten sind oder nie einer Religionsgemeinschaft angehört haben, an einem kirchlichen Feiertag frei haben sollen?

Da bin ich bei einem Stichwort, warum die Sonn- und Feiertagsruhe nicht nur für religiöse Menschen von großer Bedeutung ist: Diese Tage sind Inseln inmitten von Hektik und dem Mangel an gemeinsam mit der Familie oder Freunden verbrachter Zeit. Sie zeugen von einem anderen, ganzheitlichen Menschenbild, das den Menschen nicht nur auf den Zweck, auf das Materielle reduziert. Vor allem zu Weihnachten und Ostern besuchen viele Menschen Gottesdienste, die sonst keine Kirche betreten.

Die religiösen Feste erinnern daran, dass das Leben nicht allein auf Arbeit und Konsum ausgerichtet sein sollte. Die kirchlichen Feiertage sind kostbar und sie sind Gelegenheiten, in unserer immer rasender werdenden Welt zur Besinnung zu kommen. Sie aufzugeben, wäre ein immenser kultureller Rückschritt.

Nach diesem Kommentar musste ich das zweitemal an Andreas Aussage denken – Grund genug für einen Artikel zum Nachdenken auf unserer Rundschau!

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Kategorien: Hoamatgfühl | Schlagwörter: , , , | 2 Kommentare

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2 Gedanken zu „Feiertage als hohes Gut

  1. Gabi

    Liebe(r) Bergbauernbuam,

    ich wünsche allen die das lesen ein schönes Osterfest und bedanke mich, für die immer schöne und aktuelle Berichterstattung sowie den obigen Bericht.
    Schöne Feiertage und liebe Grüße aus Hessen.

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